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Zum Nachlesen:
Der Demjanjuk-Prozess

Wortprotokoll der Gerichtsverhandlung
gegen John Demjanjuk vor dem LG München



Aktuelles

Lesen Sie den kompletten ersten Verhandlungstag als Wortprotokoll



Tagesprotokoll

 30.11.2009    01.12.2009  
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Pressemeldungen

Eine Zusammenstellung ausgewählter Berichte folgt

Demjanjuk-Prozess eröffnet

/ Am 30. November 2009 begann vor der 1. Strafkammer des Landgerichts München II die Hauptverhandlung gegen John Demjanjuk.

Der gesamte Verlauf des Prozesses wird Wort für Wort festgehalten. Auf dieser Seite werden Auszüge aus dem Wortprotokoll und ergänzende Informationen zum Demjanjuk-Prozess veröffentlicht.


"Es werden zunächst die Personalien erhoben. Kann der Herr Demjanjuk seine Personalien selbst angeben oder sollen wir sie vorhalten?"



Auszug Protokoll, 27. Verhandlungstag

Dienstag, 13. April 2010

Zum ersten Mal in dem seit fünf Monaten laufenden Prozess hat sich der Angeklagte vor Gericht geäußert:

Verteidiger Dr. Busch: Dann lese ich noch eine Erklärung, die vom Angeklagten selbst unterzeichnet ist und seine eigene Erklärung ist, für den Angeklagten vor. Die gebe ich auch zu Protokoll.

Nebenklägervertreter Prof. Dr. Nestler: Handelt es sich um eine eigene Erklärung des Angeklagten, vorgetragen durch seinen Verteidiger?

Vorsitzender Richter am Landgericht Alt: Im Moment ist es eine Erklärung, die der Herr Verteidiger vorliest. Was sich daraus dann für Schlussfolgerungen ziehen, werden wir nach dem Ende der Erklärung sehen.

Verteidiger Dr. Busch: Es handelt sich um eine von dem Angeklagten stammende Erklärung, die vom Verteidiger vorgelesen wird.










Auszug Protokoll, 1. Verhandlungstag

Montag, 30. November 2009

Bereits um 4.30 Uhr haben sich die ersten Journalisten vor dem Gebäude des Münchener Landgerichts in der Nymphenburger Straße eingefunden. Um 7.15 Uhr warten rund 100 Pressevertreter und Zuschauer aus aller Welt in der "Demjanjuk-Sammelzone", die auf dem Platz vor dem Gericht mit Absperrgittern auf beiden Seiten eingerichtet wurde. Zu diesem Zeitpunkt sollte nach einer Pressemitteilung aus den Tagen vor dem Prozessbeginn das Gerichtsgebäude geöffnet werden. Ein Polizeibeamter teilt mit, dass diese Uhrzeit falsch mitgeteilt worden sei. Um 8 Uhr gibt es Unmutsäußerungen, weil Personen, die nicht zum Demjanjuk-Prozess wollen, in das Gerichtsgebäude gelassen werden, die in der "Sammelzone" Wartenden aber im Freien ausharren müssen.

Um 9 Uhr beginnt der Einlass. Dieser erfolgt in kleinen Gruppen, die eine erste Kontrolle ähnlich der Gepäckkontrolle an Flughäfen passieren müssen: Taschen und Laptops, Mäntel und Jacken werden durchleuchtet, fast alle gehen durch einen Metalldetektor - und einige gehen daran vorbei. Anschließend bilden sich erneute Schlangen vor verschiedenen möglichen Zugängen zum Gerichtssaal, bis klar wird, welcher Zugangsweg vorgesehen ist. Wiederum in kleinen Gruppen folgt nun eine besonders intensive Kontrolle: Presseausweise bzw. Personalausweise werden fotokopiert, Laptops, Handys, größere Taschen müssen in Verwahrung gegeben werden. Es folgt eine intensive Körperkontrolle. Zusätzlich werden alle mitgeführten Gegenstände gründlich geprüft: Der Inhalt von Portemonnaies wird im Einzelnen angesehen, Füllhalter werden aufgeschraubt, mitgebrachte Zeitungen einzeln durchgeblättert.

Insgesamt stehen im Gerichtssaal für Zuschauer 147 Plätze zur Verfügung. Davon sollen in der Ebene des Gerichts 68 Plätze für die Presse reserviert sein, der Rest auf der Galerie für die übrigen Zuschauer und ebenfalls für die Presse. 221 Pressevertreter hatten sich im Vorwege akkreditiert. Beim Eintritt in den Saal zeigt sich, dass nicht alle Plätze mehr zur Verfügung stehen, da für die zahlreichen Nebenkläger zusätzlich Plätze in den Zuschauerreihen benötigt wurden. Für diejenigen, die in den Saal gelangt sind, bleibt offen, wie viele Journalisten und Zuschauer tatsächlich die Verhandlung verfolgen wollten und eventuell keinen Einlass gefunden haben.

Um 10.00 Uhr, zum festgesetzten Prozessbeginn, ist auf Grund der intensiven Einlasskontrollen der Zuschauerraum noch spärlich besetzt. Dies ändert sich erst im Laufe der folgenden Stunde.

Um 10.55 Uhr müssen alle Journalisten den Bereich vor den Zuschauerreihen verlassen. Zu diesem Zeitpunkt sind bis auf den Angeklagten und das Gericht alle Prozessbeteiligten anwesend. In gespannter Ruhe wird auf John Demjanjuk gewartet, der um 11.09 Uhr in einem Rollstuhl liegend in den Saal geschoben wird, eine blaue Schirmmütze über das Gesicht geschoben, der Körper mit einer hellblauen Decke bedeckt. Fünf Minuten lang wird er unter einem Blitzlichtgewitter von den zugelassenen Fotografen im Bild festgehalten.

          (Beginn des 1. Verhandlungstages: 11.15 Uhr)

Vorsitzender Richter am Landgericht Alt: Ich bitte, Platz zu nehmen. Ich wünsche allen einen guten Tag. Ich eröffne die Sitzung der 1. Strafkammer des Landgerichts München und bitte vorab um Entschuldigung für die Verspätung. Wir haben die Dauer der Einlassprozedur nicht abschätzen können.

          (Heiterkeit und Lachen bei den Vertretern der Presse)

Und ich konnte natürlich nicht beginnen, bevor auch die Öffentlichkeit gewahrt war. Es handelt sich um das Verfahren gegen Demjanjuk, John, vorgeführt aus Untersuchungshaft. Es sind erschienen in dieser Sache ...








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